Lehrer-Schüler-Verhältnis

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Eine Auseinandersetzung mit den oben aufgeführten Konstituenten der Projektarbeit verdeutlicht, dass auf Lehrer wie Schüler völlig neue Aufgaben zukommen, die sich wesentlich vom traditionellen Unterricht unterscheiden und sich auf das Lehrer-Schüler-Verhältnis auswirken. Projektunterricht ist weder ein lehrerzentrierter noch ein schülerzentrierter, sondern ein sozialintegrativer Unterricht, bei dem gleichberechtigte, wenn auch unterschiedlich kompetente Partner miteinander an einem gemeinsamen Vorhaben arbeiten.

Gleichzeitig wachsen beim Projektunterricht auf beiden Seiten wesentliche Potenziale und Möglichkeiten des Kompetenzerwerbs. Für den Lehrer bedeutet der Projektunterricht zunächst einmal die Aufgabe seines Organisationsmonopols, was ihm aber die Möglichkeit verschafft, als Lernpartner für die Schüler seine pädagogische und fachliche Kompetenz verstärkt ins Spiel zu bringen. Die Schüler können mithilfe moderner Kommunikationsmittel, besonders des Internets, auf ein breites Spektrum an Wissen und Information zugreifen. Für den Fremdsprachenunterricht bedeutet dies, dass sich die Lehrerrolle vom Sprachvermittler zum Human Resource Manager entwickelt. Dennoch behält er als pädagogischer, fachlich professioneller und didaktischer Experte die Koordination und die letzte Verantwortung. Er muss erspüren, wann Interventionen notwendig sind und wann selbstbestimmtes Lernen gefragt ist. Legutke fasst diese Rolle im Term „der Lehrer als teilnehmender Leiter" zusammen.

Bezogen auf die Schülerperspektive verwendet Legutke den Begriff leitender Teilnehmer und verdeutlicht somit, dass der Schüler aufgefordert ist, eine passiv-rezeptive Haltung aufzugeben und selbst aktiv zu werden, verschiedene Kompetenzen zu erwerben und diese dann auch einzusetzen. Die für und durch den Projektunterricht zu entfaltende Projektkompetenz ist als Überbegriff zu werten und schließt folgende Teilkompetenzen ein:

  • Kooperationskompetenz in Verbindung mit der Arbeit in Teams und Gruppen
  • Kommunikationskompetenz zum Herstellen und Pflegen von Kontakten, zur gemeinsamen Reflexion und Arbeit im Projekt
  • Organisationskompetenz als Teil der Methodenkompetenz schon im Planungsprozess
  • Produktionskompetenz hinsichtlich der zu erstellenden Produkte wie Texte, Videos, Fotos, Reportagen, Websites usw.Self-Access-Kompetenz, d.h. Fähigkeit zur Selbstbestimmung, Selbstreflexion und Verselbstständigung der Schüler (Selbstwirksamkeit)
  • Didaktische Kompetenz, die letztendlich darauf abzielt, dass Lernende selbst als Lehrende tätig werden, wenn sie ihre Produkte im Plenum oder sogar in der Öffentlichkeit präsentieren (vgl. auch Lernen durch Lehren).

Projekte fordern die ganze Persönlichkeit der Beteiligten. Die im Rahmen von Projekten erzielten Lerneffekte werden von der Forschung als besonders vielschichtig, tiefgehend und resistent gegen das Vergessen beschrieben. In der Folge der PISA-Studie, die erhebliche methodische und inhaltliche Defizite im deutschen Schulsystem aufgedeckt hat, erlebte die Projektmethode erneut einen Aufschwung. Diese Entwicklung erfasste mit Verzögerung auch den Hochschulbereich. Gefördert wurden die so bewirkten Änderungen durch die Verbreitung des Internets, die eine Kommunikation auch außerhalb von Unterrichtsräumen ermöglichte und die für Projekte notwendige Arbeitskontinuität förderte.

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